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NEWSDESK · 18.07.2026

UN warnt vor rascher Verschlechterung der humanitaeren Lage in El Obeid

El Obeid – 18.07.2026: Die humanitaere Lage in El Obeid im sudanesischen Bundesstaat Nordkordofan verschlechtert sich nach Einschätzung des Welternaehrungsprogramms der Vereinten Nationen rasch. Immer mehr Menschen fliehen in die Stadt, die bereits zahlreiche Binnenvertriebene aufnimmt. Dadurch steigen der Bedarf an Lebensmitteln und der Druck auf Versorgungssysteme, die schon vor der neuen Fluchtbewegung stark ueberlastet waren.

Das Welternaehrungsprogramm teilte am 17. Juli mit, El Obeid beherberge mittlerweile Hunderttausende Vertriebene. Die Einwohnerzahl der Stadt koennte sich dadurch nahezu verdoppelt haben. Lager für geflohene Familien seien ueberfuellt, taeglich kaemen weitere Menschen aus Kordofan und teils aus Darfur an. Lebensmittel, Treibstoff und Wasser seien nur begrenzt verfuegbar.

Besonders kritisch ist die Trinkwasserversorgung. Wiederkehrende Stromausfaelle beeintraechtigen nach Angaben der UN die Wasserverteilung und verschaerfen den Mangel an sauberem Wasser. Zugleich wurden mehr als 30 neue Cholera-Fälle registriert. Für kleine Kinder sowie schwangere und stillende Frauen steigt damit das Risiko von Mangelernährung und Krankheiten weiter an.

In den Bezirken Scheikan, zu dem El Obeid gehoert, sowie Bara und Gharb Bara leiden laut Welternaehrungsprogramm fast 400.000 Menschen unter einer akuten Ernaehrungskrise der Stufe vier von fuenf. Sie benoetigen sofortige Hilfe, um hungerbedingte Todesfaelle zu verhindern. Das UN-Programm versorgt in El Obeid nach eigenen Angaben gut 100.000 Menschen mit Nahrungsmitteln und teilweise mit Bargeldhilfen.

Wegen fehlender Mittel erhalten viele Betroffene jedoch nur die Haelfte der vorgesehenen Rationen. Familien teilten diese ohnehin knappen Lebensmittel oft mit weiteren Hilfsbeduerftigen. Das Welternaehrungsprogramm transportiert nach eigener Darstellung taeglich rund 200 Tonnen Nahrung von Lagern seiner Partner zu Verteilstellen. Vorräte für eine Ausweitung der Hilfe auf mehr als 250.000 Menschen wurden vorbereitet, falls die Sicherheitslage dies zulaesst.

Kaempfe, Drohnenangriffe und die allgemeine Unsicherheit schraenken die Bewegungsfreiheit von Hilfsorganisationen ein. Im Juni konnten nach UN-Angaben rund 200.000 Menschen wegen aktiver Kampfhandlungen keine lebensrettende Unterstuetzung erhalten. Die Vereinten Nationen und die Europaeische Union verlangen von allen Konfliktparteien, Zivilisten, zivile Infrastruktur und Hilfslieferungen zu schuetzen sowie sicheren humanitaeren Zugang zu ermoeglichen.

Das Welternaehrungsprogramm warnt zudem vor einer landesweiten Finanzierungskrise. Seine Lebensmittelbestaende für den Sudan koennten im September 2026 stark erschöpft und im Oktober vollstaendig aufgebraucht sein. Für den Zeitraum von Juni bis November benoetigt die Organisation nach eigenen Angaben 646 Millionen US-Dollar, um 8,5 Millionen Menschen mit lebensrettender Hilfe zu erreichen und die Nahrungsmittelproduktion zu stuetzen.

Quellen

  • Welternaehrungsprogramm der Vereinten Nationen
  • Vereinte Nationen im Sudan
  • Europaeischer Auswaertiger Dienst