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NEWSDESK · 20.07.2026

Urbloom testet hitze- und trockenheitsfeste Blumenbeete in neun Städten

Nancy – 20.07.2026: Mit dem europäischen Forschungsprogramm URBLOOM sollen Städte ihre Blumenbeete widerstandsfähiger gegen anhaltende Hitze und Wassermangel machen. Das auf drei Jahre angelegte Vorhaben bringt Forschungseinrichtungen, Kommunen und Fachleute aus Frankreich, Deutschland, Spanien und der Schweiz zusammen. Untersucht werden Pflanzungen, die Stadtbilder attraktiv halten, weniger Bewässerung benötigen und zugleich Insekten Nahrung bieten.

Beteiligt sind neun Städte aus drei europäischen Klimaräumen: Paris, Villeneuve-d'Ascq, Nancy, Toulouse und Marseille sowie Berlin, München, Genf und Vitoria-Gasteiz. In öffentlichen Grünanlagen sollen verschiedene Zusammenstellungen von Blumen unter vergleichbaren Bedingungen erprobt werden. Die Ergebnisse sollen zeigen, welche Kombinationen bei Trockenstress stabil bleiben und für Kommunen dauerhaft praktikabel sind.

Koordiniert wird URBLOOM von der Universität Lothringen. Zu dem wissenschaftlichen Verbund gehören unter anderem die Sorbonne Université, die Universität Lille, die Aix-Marseille Université, die Technische Universität München, das Basque Centre for Climate Change, HEPIA Genf und das Museum für Naturkunde Berlin. Das Projekt läuft nach Angaben der beteiligten Akteure von 2026 bis 2029.

Im Mittelpunkt steht ein Zielkonflikt, der viele Städte betrifft: Saisonale Blütenflächen werden von Bewohnern geschätzt, können aber bei hohen Temperaturen und ausbleibendem Regen einen großen Pflege- und Wasseraufwand verursachen. Zugleich bieten geeignete Pflanzen Wildbienen, Hummeln, Schmetterlingen und Schwebfliegen Nahrung. URBLOOM will deshalb ästhetische, ökologische und pflegepraktische Anforderungen gemeinsam bewerten.

Die Forschungsteams erfassen unter anderem Blütenfarbe, Blütenform und Blühzeit sowie die Widerstandsfähigkeit der Arten bei Wassermangel. Einheitliche Untersuchungsmethoden sollen die Daten aus den beteiligten Städten vergleichbar machen. Zusätzlich ist eine schonende Methode vorgesehen, um wichtige Gruppen blütenbesuchender Insekten zu bestimmen, ohne die Tiere für die Untersuchung töten zu müssen.

Nancy übernimmt im Projekt eine besondere Rolle. Dort sollen ab 2027 fünf Standorte mit Versuchsbeeten ausgestattet werden. Die Auswahl der Pflanzen ist gemeinsam mit kommunalen Grünflächenämtern, wissenschaftlichen Partnern und weiteren beteiligten Städten vorgesehen. Regelmäßige Beobachtungen sollen sowohl die Entwicklung der Pflanzen als auch die Zahl und Vielfalt der Insekten an den Blüten dokumentieren.

Neben ökologischen Messungen berücksichtigt URBLOOM auch die Sicht der Bevölkerung. Parkbesucher, Schüler und Beschäftigte der Grünflächenpflege sollen in die Beobachtung und Bewertung einbezogen werden. Falls die Tests belastbare Ergebnisse liefern, könnten europäische Städte ihre Bepflanzung stärker an Wassersparen, Biodiversität und Klimaanpassung ausrichten, statt Blumenbeete vor allem als dekorative Saisonflächen zu planen.

Quellen

  • franceinfo
  • Info du Jour
  • Universität Lothringen