Buschehr – 20.07.2026: Die USA haben ihre Luftangriffe auf Ziele im Iran in der Nacht zum Montag fortgesetzt. Nach Angaben des US-Militärs war es die zehnte Angriffsnacht in Folge. In Buschehr wurden mehrere Orte getroffen, wie der Gouverneur der Provinz über die staatliche iranische Nachrichtenagentur IRNA mitteilte. Die Stadt liegt nahe dem einzigen noch betriebenen iranischen Kernkraftwerk. Ob Anlagen des Atomkraftwerks beschädigt wurden, war zunächst nicht unabhängig bestätigt.
Die jüngste Angriffswelle folgt auf eine erneute Zuspitzung der Kämpfe zwischen Washington und Teheran. Das US-Militär begründet seine Operationen unter anderem mit dem Schutz der Schifffahrt in der Straße von Hormus. Die Meerenge ist eine zentrale Route für weltweite Energieexporte. Iranische Stellen sehen die Angriffe dagegen als Ausweitung des Krieges und kündigten weitere Reaktionen gegen amerikanische Interessen und deren Verbündete in der Region an.
Iran griff nach übereinstimmenden Berichten in den vergangenen Tagen Ziele in Kuwait, Bahrain und Jordanien an. Die betroffenen Staaten aktivierten ihre Luftabwehr; in Kuwait wurden anfliegende Geschosse und Drohnen abgefangen. Bahrain, wo die Fünfte US-Flotte stationiert ist, meldete ebenfalls Alarm und Abwehrmaßnahmen. Angaben über Schäden und mögliche Opfer ließen sich am Montag nicht vollständig unabhängig überprüfen.
Die Verluste auf amerikanischer Seite erhöhen den innenpolitischen und militärischen Druck auf die Regierung in Washington. Nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums wurden seit Freitag drei US-Militärangehörige bei Einsätzen im Zusammenhang mit dem Konflikt getötet. Die Gesamtzahl der im Krieg mit Iran getöteten Angehörigen der US-Streitkräfte liegt nach jüngsten Angaben bei 17. Zwei Soldaten starben am 17. Juli in Jordanien bei der Abwehr iranischer Raketen- und Drohnenangriffe.
Die fortgesetzten Angriffe zeigen, dass keine Seite derzeit zu einer Deeskalation bereit ist. Während die USA ihre Luftschläge als gezielte militärische Antwort darstellen, versucht Iran, durch Angriffe auf regionale Partner Washingtons den Preis des Konflikts zu erhöhen. Besonders gefährlich bleibt die Verbindung aus Angriffen auf militärische Ziele, Bedrohungen für die Handelsschifffahrt und der Nähe einzelner Einsätze zu ziviler und nuklearer Infrastruktur.
Eine politische Vereinbarung zur Eindämmung der Gewalt ist bislang nicht erkennbar. Die jüngsten Ereignisse vom 20. Juli verdeutlichen vielmehr das Risiko, dass sich der Konflikt über Iran und die USA hinaus weiter auf die Golfstaaten ausweitet. Für die Zivilbevölkerung in den betroffenen Ländern bedeuten die wiederholten Raketen- und Drohnenalarme eine anhaltende Belastung. Auch der internationale Energie- und Seeverkehr bleibt von der Lage in der Straße von Hormus abhängig.
Quellen
- Associated Press, 20.07.2026
- CBS News, 20.07.2026
- Franceinfo, 20.07.2026