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NEWSDESK · 01.07.2026

Venezuela: Suche nach Ueberlebenden in La Guaira dauert an – Zahl der Toten ueber 1.700

La Guaira – 30.06.2026: In der Kuestenprovinz La Guaira setzen Rettungskraefte, Soldaten und freiwillige Helfer die Suche nach Ueberlebenden fort – fuenf Tage nach zwei starken Erdbeben, die am 24. Juni Nordvenezuela erschuettert haben. Besonders betroffen sind Caraballeda, Catia La Mar und Macuto, wo Einsatzkraefte im Schichtbetrieb durch Truemmerschichten arbeiten. Nachbeben und instabile Gebaeude machen viele Abschnitte nur zeitweise zugaenglich; Teile der Strom- und Telefonnetze sind weiterhin ausgefallen.

Die Zahlen zur Schadensbilanz weichen je nach Quelle ab. Mehrere internationale Organisationen und Medien berichten von mehr als 1.700 Toten und rund 5.000 Verletzten. Zusaetzlich gibt es Zehntausende Vermisstenmeldungen; die Vereinten Nationen sprechen nach ersten Lagebildern von sehr hohen Dunkelziffern, weil ganze Viertel von der Aussenwelt abgeschnitten waren. Die Angaben werden laufend aktualisiert, waehrend neue Gebiete erreicht und registriert werden.

Die Panamerikanische Gesundheitsorganisation warnt, dass das regionale Gesundheitssystem am Limit arbeitet. Kliniken und Notaufnahmen versorgen zahlreiche Polytraumata, Frakturen und Quetschungen, vielerorts fehlen Intensivbetten, Narkosemittel, sterile Verbrauchsgueter und Blutkonserven. Mobile Teams und Feldkliniken werden aufgebaut, um die Luecken zu schliessen. Zusaetzlich werden Kuehlkapazitaeten fuer Identifizierung und wuerdige Bergung der Toten angefordert.

Nach Angaben aus Rettungskreisen sind internationale Such- und Bergungsteams aus mehr als 20 Laendern im Einsatz oder auf dem Weg. Die Regierung hat den Notstand verhaengt, den Zugang zu besonders betroffenen Zonen priorisiert und mit den Vereinten Nationen eine Koordinierungszelle aktiviert. Dennoch melden lokale Helfer Engpaesse bei Schutzkleidung, sauberem Wasser, Treibstoff und haltbaren Lebensmitteln. Provisorische Unterkuenfte in Schulen, Sporthallen und Kirchen sind ueberfuellt; sanitaere Anlagen reichen oft nicht aus.

Aus mehreren Orten werden einzelne Rettungen gemeldet, die auch Tage nach dem Beben Hoffnung geben. Zugleich wird das Ausmass der Zerstoerungen deutlicher: Wohnbloecke und Hangbebauungen sind einsturzgefaehrdet, Strassen, Brucken und Hafenanlagen weisen Risse und Absenkungen auf. Fachleute verweisen darauf, dass viele Gebaeude nicht heutigen Erdbebenstandards entsprechen, was die Zahl schwerer Schaeden erhoeht hat.

Kurzfristig konzentriert sich die Hilfe auf die Suche nach Verschuellten, akute Notfallmedizin und die Versorgung Vertriebener. Mittelfristig stehen Trinkwasseraufbereitung, Seuchenpraevention und psychosoziale Betreuung im Fokus. Fuer den Wiederaufbau werden nach vorlaeufigen Bewertungen umfangreiche Pruefungen der Bausubstanz, gesicherte Unterbringungen und belastbare Transportwege noetig sein. Die Lage bleibt angespannt; entscheidend sind nun sichere Arbeitsfenster fuer Rettungen und der rasche Zufluss von Material und Personal.

Quellen

  • Euronews
  • Associated Press
  • Le Monde
  • Pan American Health Organization (PAHO)
  • Franceinfo