Ores – 16.07.2026: Ein grossflaechiger Waldbrand in der aragonesischen Comarca Cinco Villas nordwestlich von Saragossa hat bis Donnerstagabend rund 7600 Hektar erfasst. Nach Angaben der Regionalregierung erstreckt sich der vorlaeufige Brandperimeter über etwa 60 Kilometer. Die Einsatzleitung stuft das Feuer als eines der schwersten und technisch anspruchsvollsten Waldbrandereignisse ein, die Aragonien in den vergangenen Jahren erlebt hat.
Der Brand war am Mittwoch, dem 15. Juli, im Gemeindegebiet von Ores ausgebrochen und griff in der Nacht auf weitere Bereiche der Region über. Nach offiziellen und regionalen Angaben mussten die Orte Ores, Asin und Luesia zeitweise geraeumt werden. Auch Bewohner von Pflegeeinrichtungen wurden in Sicherheit gebracht. Berichte vom Donnerstagabend sprachen von bis zu 700 Personen, die ihre Haeuser vorübergehend verlassen mussten.
Besonders problematisch sind die meteorologischen Bedingungen. Der für Katastrophenschutz zustaendige Regionalminister Roberto Bermudez de Castro verwies auf aussergewoehnlich hohe Temperaturen, sehr niedrige Luftfeuchtigkeit und kraeftige, unregelmaessige Winde aus Sued. Diese Kombination beguenstigt eine schnelle Ausbreitung und erschwert es den Einsatzkraeften, die Flanken des Feuers dauerhaft zu sichern. Vor allem der noerdliche Brandabschnitt galt als schwer beherrschbar.
Die Behörden rechnen deshalb nicht mit einer raschen vollstaendigen Kontrolle. Entscheidend ist zunächst, den Brandperimeter zu schliessen und ein erneutes Uebergreifen auf Siedlungen zu verhindern. Die bisher genannte Flaeche ist eine vorlaeufige Schaetzung; bei grossen Wald- und Vegetationsbraenden kann sie sich mit fortschreitender Kartierung noch veraendern. Betroffen sind nach Medienangaben landwirtschaftliche Flaechen, Buschland und Waldbestaende.
Aragonien hat für den Einsatz den erweiterten Katastrophenschutzmodus seines Waldbrandplans aktiviert. Neben den regionalen Einheiten von Infoar sind die Militaerische Nothilfeeinheit UME, Einsatzmittel des spanischen Zentralstaats, Feuerwehrkraefte aus der Provinz Saragossa sowie Unterstuetzung aus benachbarten Regionen eingebunden. Die Kooperation mehrerer Verwaltungsebenen zeigt die Dimension des Einsatzes und die begrenzten Reserven bei gleichzeitig hoher Waldbrandgefahr.
Der Brand von Ores trifft Aragonien nach einer Reihe weiterer Feuer in diesem Sommer. Erst Anfang Juli hatte ein Brand bei Lecinena in der Provinz Saragossa nach vorlaeufigen Angaben mehr als 3000 Hektar betroffen. Der neue Grossbrand unterstreicht damit die Belastung der regionalen Loeschkapazitaeten. Für die Bevölkerung in den betroffenen Gemeinden bleibt die Lage abhaengig von Wind, Luftfeuchtigkeit und dem Erfolg der Sicherungsarbeiten.
Eine Ursache des Feuers war am Donnerstagabend nicht bekannt. Die regionalen Behörden konzentrieren sich vorerst auf den Schutz der Ortschaften, die Versorgung evakuierter Menschen und die Stabilisierung der Brandgrenzen. Erst wenn keine Ausbreitung mehr zu erwarten ist, kann die Einsatzleitung von einer Stabilisierung und danach von einer Kontrolle des Brandes sprechen.
Quellen
- Gobierno de Aragon und Katastrophenschutzinformationen
- Europa Press
- El Pais