Le Vaudoué – 14.07.2026: Die beiden Großbrände im Waldmassiv von Fontainebleau sind nach Angaben der Präfektur Seine-et-Marne eingedämmt. Nach 48 Stunden Einsatz haben rund 800 Feuerwehrleute die Flammen innerhalb ihrer bisherigen Ausbreitungsgebiete gehalten. Vollständig gelöscht sind die Brandherde damit nicht. Die Einsatzkräfte rechnen mit weiteren Tagen, möglicherweise Wochen, für Nachlöscharbeiten und die Kontrolle besonders gefährdeter Flächen.
Die Feuer haben zusammen etwas mehr als 2.000 Hektar Wald und Vegetation erfasst. Der größte Brand hatte sich seit Sonntag, dem 12. Juli, vom Bereich Noisy-sur-Ecole aus ausgebreitet und nach Behördenangaben rund 1.600 Hektar betroffen. Ein zweiter Brand entstand am Montag nahe der Faisanderie bei Fontainebleau und erfasste weitere Flächen. Die Lage hatte zahlreiche Straßensperrungen und umfangreiche Schutzmaßnahmen ausgelöst.
Besonders betroffen waren die Gemeinden Le Vaudoué und Achères-la-Forêt am Rand des Waldmassivs. Zunächst wurden dort etwa 900 Einwohner in Sicherheit gebracht. Die Gemeinde Le Vaudoué hatte am Montag mitgeteilt, dass besonders gefährdete Bewohner ihre Häuser vorerst nicht wieder betreten dürften. Eine Mehrzweckhalle stand als Anlaufstelle bereit; nach Angaben der Gemeinde gab es zu diesem Zeitpunkt keine Verletzten und keine durch Flammen beschädigten Gebäude.
Mit der nun erreichten Eindämmung sollen die evakuierten Menschen ab Mittwoch, dem 15. Juli, schrittweise in ihre Wohnungen und Häuser zurückkehren können. Die Rückkehr bleibt jedoch von den Sicherheitsbewertungen vor Ort abhängig. Feuerwehr und Sicherheitskräfte sichern weiterhin Zufahrten, überwachen geräumte Bereiche und halten Wege für Löschfahrzeuge frei. Auch schwere Baumaschinen wurden eingesetzt, um Zufahrten und Brandschneisen im betroffenen Waldgebiet auszubauen.
Zur Unterstützung der Bodenkräfte standen am Dienstag weiterhin drei Canadair-Löschflugzeuge, ein Dash-Flugzeug und zwei Löschhubschrauber bereit. Nach Angaben des Innenministeriums spielten die Luftmittel mit knapp 300 Wasserabwürfen in den vergangenen zwei Tagen eine entscheidende Rolle bei der Begrenzung der Brände. Die Gendarmerie war seit Beginn des Einsatzes mit zahlreichen Kräften im Gebiet präsent, um Evakuierungen, Verkehrslenkung und den Schutz leerstehender Häuser zu organisieren.
Parallel laufen Ermittlungen zu mehreren Brandursachen. Die Staatsanwaltschaft Fontainebleau bestätigte, dass zwei Verdächtige im Zusammenhang mit getrennten Brandherden Angaben zu ihrer Beteiligung gemacht hätten. Insgesamt befanden sich am Dienstagabend vier Personen in Polizeigewahrsam. Die Ermittlungen dauern an; über mögliche strafrechtliche Folgen wurde zunächst nicht entschieden. Das Waldmassiv von Fontainebleau liegt rund 60 Kilometer südöstlich von Paris und zählt zu den bedeutendsten Naturgebieten Frankreichs.
Quellen
- Gendarmerie nationale
- Gemeinde Le Vaudoué
- AFP via Boursorama