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Nachrichten.fr · 03.06.2026

Wenn das Wetter Achterbahn fährt: Was Temperatursprünge mit unserem Körper machen

Vor wenigen Tagen noch schweißtreibende Hitze, nun Regen, Gewitter und Temperaturen, die teilweise um fast 20 Grad niedriger liegen. Der Wetterumschwung Anfang Juni hat viele Menschen überrascht. Während die warme Kleidung wieder aus dem Schrank geholt wird, die man eigentlich schon für den Herbst aussortiert hatte, stellt sich eine andere Frage: Wie kommt unser Körper mit solchen abrupten Veränderungen zurecht?

Die Antwort lautet: nur mit Mühe.

Der menschliche Organismus arbeitet ständig daran, seine Kerntemperatur bei rund 37 Grad zu halten. Diese Fähigkeit zur sogenannten Thermoregulation zählt zu den wichtigsten Funktionen des Körpers. Doch sie kostet Energie – und genau hier beginnt das Problem, wenn die Temperaturen innerhalb weniger Tage extreme Ausschläge zeigen.

Nach einer Woche mit sommerlicher Hitze hatte sich der Körper bereits auf warme Bedingungen eingestellt. Die Blutgefäße erweiterten sich, um überschüssige Wärme abzugeben, die Schweißproduktion lief auf Hochtouren und der Flüssigkeitshaushalt musste ständig ausgeglichen werden. Kaum hatte sich der Organismus an diese Bedingungen angepasst, folgte der nächste Kraftakt: Kühle Luft, Feuchtigkeit und teils heftige Gewitterfronten verlangten plötzlich das Gegenteil.

Für den Körper bedeutet das Schwerstarbeit.

Mediziner gehen davon aus, dass der Organismus in der Regel etwa eine Woche benötigt, um sich an neue Temperaturverhältnisse anzupassen. Wenn jedoch bereits während dieser Anpassungsphase die nächste Wetterlage folgt, gerät das System unter zusätzlichen Stress. Viele Menschen spüren das unmittelbar. Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, Kopfschmerzen oder ein allgemeines Gefühl der Erschöpfung zählen zu den häufigsten Beschwerden.

Besonders betroffen sind derzeit Schülerinnen, Schüler und Studierende, die sich mitten in Prüfungen befinden. Wer sich bei großer Hitze bereits schwer konzentrieren konnte, fühlt sich durch die anschließende Abkühlung oft keineswegs erfrischt. Stattdessen muss der Körper nun zusätzliche Energie aufbringen, um ausreichend Wärme zu produzieren und die eigene Temperatur stabil zu halten.

Der Wechsel von warm zu kühl gelingt dem Organismus zwar meist etwas leichter als der umgekehrte Weg. Dennoch bleibt die Belastung spürbar. Viele Menschen fühlen sich in solchen Phasen regelrecht „ausgelaugt“. Kein Wunder: Der Körper arbeitet im Hintergrund permanent gegen die äußeren Bedingungen an.

Ein weit verbreiteter Irrtum hält sich dennoch hartnäckig. Sinkende Temperaturen allein machen nicht krank. Weder Viren noch Bakterien interessieren sich besonders dafür, ob draußen 35 oder 15 Grad herrschen. Erkältungen entstehen nicht durch Kälte, sondern durch Krankheitserreger.

Allerdings gibt es einen Zusammenhang. Wenn der Organismus durch starke Temperaturschwankungen belastet wird, arbeitet das Immunsystem unter Umständen etwas weniger effizient. Krankheitserreger, die normalerweise problemlos abgewehrt würden, erhalten dadurch leichteres Spiel. Das erklärt, weshalb manche Menschen nach drastischen Wetterwechseln tatsächlich häufiger krank werden.

Wer die aktuelle Wetterachterbahn möglichst gut überstehen möchte, sollte deshalb einige einfache Regeln beherzigen. Dazu gehört vor allem, sich der neuen Wetterlage anzupassen und nicht dem Irrtum zu erliegen, die Hitze der vergangenen Tage stecke noch in den Knochen. Eine leichte Jacke kann derzeit sinnvoller sein als demonstrative Wetterfestigkeit.

Ebenso wichtig bleibt ausreichendes Trinken. Viele Menschen reduzieren ihre Flüssigkeitsaufnahme automatisch, sobald die Temperaturen sinken. Dabei benötigt der Körper weiterhin genügend Wasser, um Stoffwechsel und Temperaturregulation aufrechtzuerhalten. Ein einfacher Blick auf die Farbe des Urins liefert dabei einen guten Hinweis auf den Hydrationszustand.

Die angenehmsten Bedingungen herrschen für den menschlichen Organismus übrigens bei Temperaturen um die 20 Grad. In diesem Bereich muss der Körper vergleichsweise wenig Energie aufwenden, um seine innere Balance zu halten.

Davon ist der diesjährige Frühsommer allerdings weit entfernt. Zwischen Hitzewelle, Gewittern und kühlen Luftmassen zeigt das Wetter derzeit seine ganze Launenhaftigkeit – und unser Körper versucht Schritt zu halten.

Von C. Hatty