Fécamp – 02.07.2026: In „Miss Mermaid“, der neuen Kinokomödie von Pauline Brunner und Marion Verlé, findet eine junge Frau aus dem Hafenort Fécamp durch das sogenannte Mermaiding – das Schwimmen mit Flosse – zurück zu sich selbst. Grundlage ist die Geschichte der realen Alexia aus Fécamp, die in TV-Beiträgen dieser Woche schildert, wie ihr das Training im Wasser Struktur, Ruhe und Zuversicht gab. Der Film startete am 01.07.2026 in Frankreich.
Aloïse Sauvage spielt die Hauptfigur; Thomas VDB und Alison Wheeler stehen an ihrer Seite. Die Inszenierung wechselt zwischen Hallenbad, Küste und Vereinsräumen und zeigt das Meerjungfrauenkostüm weniger als Eskapismus denn als körperliche Praxis: Atemkontrolle, Haltung, Rhythmus. Das Motiv der Flosse dient als Werkzeug und Symbol, mal glitzerndes Kostüm, mal strenges Sportgerät. Kameranahme und Ton legen Wert auf Texturen – Wasser, Stoff, Atem – und verleihen einer lokal verankerten Erzählung eine universell verständliche Emotionalität.
Alexias berichtete Erfahrungen bilden den Resonanzraum, ohne dass der Film in Pathos kippt. Statt großer Wundererzählung entwickelt sich eine leichte Komödie mit ernsten Untertönen, die zeigt, wie Routinen, Training und eine kleine Szene zwischen Sport, Performance und Selbstermächtigung zum Halt werden können. Mermaiding ist in Frankreich eine wachsende Nische: Vereine bieten Kurse an, Schwimmbäder richten Zeitslots und Sicherheitsregeln ein, und zwischen Wettbewerb, Show und Hobby entstand in den vergangenen Jahren eine sichtbare Community. Der Film nutzt diese Realität als Kulisse und lässt Laiinnen und Trainerinnen in Nebenrollen auftauchen, um Glaubwürdigkeit zu stützen.
Produktion und Cast betonen in Vorabinterviews die Recherche zu Technik und Sicherheitsaspekten – vom Anlegen der Monoflosse bis zu Atem- und Rettungsroutinen. Damit bleibt die Grenze zwischen dokumentarischem Bezug und Fiktion bewusst durchlässig. Die Erzählung interessiert sich weniger für Rekorde als für das soziale Umfeld: Freundschaften am Beckenrand, Proben, kleine Rückschläge, der Mut, vor Publikum ins Wasser zu gleiten.
„Miss Mermaid“ fügt sich damit in eine Reihe französischer Feelgood-Filme, die Alltagserfahrungen und spezielle Praktiken mit Humor verbinden, ohne ihre Protagonistinnen zu verklären. Der Film lädt ein, eine Subkultur ernst zu nehmen, die mit spielerischer Oberfläche arbeitet und doch Disziplin verlangt. Und er verankert diese Geschichte sichtbar in der Normandie – bei Wind, Salzluft und der rauen Küste von Fécamp –, wo ein Hobby zum Anker werden kann.
Quellen
- Premiere.fr
- AlloCine
- OutNow
- MovieMeter
- Franceinfo