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Daniel Ivers · 01.07.2026

Wohnhaus in Athener Stadtteil Petralona teilweise eingestürzt – Ermittlungen zu Bauarbeiten am Nachbargrundstück

Athen – 30.06.2026: In Petralona, einem innerstädtischen Viertel von Athen, ist am Dienstag ein vier- bis fünfgeschossiges Wohnhaus während Arbeiten auf dem Nachbargrundstück teilweise eingestürzt. Videoaufnahmen des staatlichen Senders ERT zeigten, wie sich Risse ausbreiteten und die Straßenfassade zunächst absackte, bevor größere Teile des Mauerwerks nachgaben. Die Feuerwehr sperrte das Gebiet weiträumig ab und verlegte zusätzliche Kräfte des Zivilschutzes in das Viertel.

Unmittelbar nach dem Einsturz suchten Einsatzkräfte mit Spürhunden und Ortungsgeräten die Trümmer, um auszuschließen, dass Personen verschüttet wurden. Zunächst kursierten Berichte über Vermisste, die sich später nicht bestätigten: Nach Angaben der Feuerwehr konnten alle Bewohner identifiziert oder in Sicherheit gebracht werden, schwere Verletzungen wurden zunächst nicht gemeldet. Ein ranghoher Einsatzleiter erklärte, der akute Rettungseinsatz sei in eine Phase der Sicherung und Begutachtung übergegangen, um weitere Setzungen zu verhindern.

Nach ersten Einschätzungen der Behörden fanden auf dem angrenzenden Grundstück Bauarbeiten statt, die die Stabilität des Wohnhauses beeinträchtigt haben könnten. Der stellvertretende Bürgermeister Andreas Grammatikoyannis verwies gegenüber ERT auf mögliche Versäumnisse bei der statischen Sicherung der Baugrube. Die Polizei nahm nach örtlichen Medienberichten mehrere Beteiligte der Baustelle vorläufig fest, darunter den verantwortlichen Bauleiter und den Grundstückseigentümer, um Personalien aufzunehmen und Genehmigungen zu prüfen.

Bauingenieure der Stadt, Vertreter der Nationalen Technischen Universität Athen sowie Fachleute des griechischen Bauingenieurverbands wurden hinzugezogen. Sie wollen die Substanz der angrenzenden Gebäude, die Gründungsverhältnisse und die verwendeten Sicherungsmaßnahmen untersuchen. Im Fokus stehen Fragen nach der Tiefe und Abschirmung der Baugrube, temporären Abstützungen, Erschütterungen durch schweres Gerät und der Einhaltung von Auflagen. Eine abschließende Bewertung wird laut Experten einige Zeit in Anspruch nehmen, da zunächst Messdaten, Pläne und Proben auszuwerten sind.

Die Staatsanwaltschaft hat eine Strafuntersuchung eingeleitet. Geprüft werden die Rechtmäßigkeit der Baugenehmigung, die Bauüberwachung sowie mögliche Verstöße gegen Sicherheitsvorschriften. Die Stadt kündigte eine systematische Durchsicht der Akten an; parallel werden für Anwohner der Nachbarschaft statische Kontrollen angeboten. Behörden riefen dazu auf, keine unbestätigten Informationen in sozialen Medien zu verbreiten, um die Ermittlungen nicht zu beeinträchtigen.

Der Vorfall befeuert in Athen erneut die Debatte über die Sanierung und Überwachung älterer Wohnhäuser, die oft nahe an neuen Bauprojekten stehen. Fachleute verweisen seit Jahren darauf, dass Arbeiten an Nachbargrundstücken sorgfältige Voruntersuchungen und fortlaufendes Monitoring erfordern. Ob aus dem Einsturz kurzfristige Änderungen bei Kontrollen oder Bauauflagen folgen, ist offen; die Behörden stellten jedoch eine transparente Aufklärung in Aussicht.

Quellen

  • eKathimerini
  • ANA-MPA
  • ERT
  • Euronews
  • Franceinfo