Fontainebleau – 17.07.2026: Nach den schweren Waldbränden der vergangenen Tage wird die finanzielle Hilfe für betroffene Waldgebiete in Frankreich gebündelt. Im Mittelpunkt steht der Staatswald von Fontainebleau in Seine-et-Marne, wo seit dem 12. Juli große Flächen durch Feuer zerstört wurden. Präsident Emmanuel Macron kündigte am 16. Juli einen zentralen Spendenaufruf an, der den Wiederaufbau des Waldes unterstützen soll.
Die Spenden sollen zunächst für Sofortmaßnahmen nach dem Brand eingesetzt werden. Dazu gehören die Sicherung gefährdeter Bereiche, die Bewertung der Schäden an Flora und Fauna sowie die Vorbereitung langfristiger Wiederherstellungsarbeiten. Nach Angaben des Fonds der staatlichen Forstverwaltung ONF werden private Zuwendungen im Sommer 2026 für die Wiederherstellung von durch Feuer betroffenen Wäldern verwendet.
Für die Aktion zugunsten von Fontainebleau wurde ein erstes Ziel von 200.000 Euro genannt. Das Geld soll vor allem den Schutz der geschädigten Waldflächen und ihrer Artenvielfalt finanzieren. Die Behörden betonen, dass eine Wiederbewaldung nicht auf kurzfristiges Nachpflanzen reduziert werden kann: Zuerst müssen Brandflächen untersucht, Sicherheitsrisiken beseitigt und ökologische Folgen erfasst werden.
Der Brand in Fontainebleau hatte einen außergewöhnlich großen Einsatz ausgelöst. Nach Angaben der Gendarmerie wurden mehr als 2.000 Hektar Wald in Mitleidenschaft gezogen. Rund 800 Feuerwehrleute und zahlreiche Polizeikräfte waren zeitweise im Einsatz, um die Flammen zu bekämpfen, Verkehrswege zu sichern und betroffene Anwohner zu schützen. Die Ermittlungen zur Ursache des Feuers laufen weiter.
Auch in anderen Regionen hatte die Feuerwehr seit Anfang Juli mit zahlreichen Vegetations- und Waldbränden zu kämpfen. Die Regierung hatte bereits Anfang des Monats wegen der Vielzahl von Bränden im Süden Frankreichs und der anhaltenden Hitze eine interministerielle Krisenrunde einberufen. Die Schäden in Fontainebleau verdeutlichen nun, dass das Risiko nicht auf die traditionellen Brandgebiete im Mittelmeerraum beschränkt bleibt.
Neben Geldspenden hatte es in den vergangenen Tagen lokale Sachspendenaktionen für Einsatzkräfte gegeben. Mehrere Gemeinden sammelten Wasser, Verpflegung und andere dringend benötigte Güter. Der Feuerwehr- und Rettungsdienst des Departements Seine-et-Marne teilte anschließend mit, dass die unmittelbaren logistischen Bedürfnisse der Einsatzkräfte gedeckt seien. Spendenwillige werden daher auf strukturierte und nachvollziehbare Hilfsangebote verwiesen.
Der Fonds der ONF erklärt, die Wiederherstellung müsse sich an den jeweiligen Bedingungen vor Ort orientieren. Dazu zählen der Schutz verbliebener Lebensräume, die Stabilisierung der Böden und die Auswahl widerstandsfähiger Baumarten. Für Fontainebleau ist dies besonders bedeutsam: Das Waldmassiv ist ein wichtiges Naturgebiet, Erholungsraum und international bekannter Ort für den Klettersport. Die angekündigte Spendensammlung soll den Beginn eines langen Wiederaufbauprozesses finanzieren.
Quellen
- Gendarmerie nationale
- Office national des forêts – Agir pour la forêt
- Public Senat
- TF1 Info
- Regierung Frankreichs