Saint-Victurnien – 18.07.2026: Die schweren Gewitter vom Donnerstagabend haben in Frankreich mindestens zwei Todesopfer gefordert. In Saint-Victurnien im Departement Haute-Vienne wurde eine Frau von einem umstürzenden Baum getroffen und tödlich verletzt. In Dolomieu im Departement Isère wurde ein Mann nach einem Brand in einer Werkstatt tot aufgefunden. Nach ersten Angaben wurde das Feuer durch einen Blitzeinschlag ausgelöst.
Die Unwetter zogen am 16. Juli über weite Teile des Landes und brachten Starkregen, Hagel, heftige Windböen sowie eine außergewöhnlich hohe Zahl von Blitzen. Météo-France registrierte mehr als 20.000 Blitzeinschläge zwischen Wolken und Boden. Damit war es nach Angaben des Wetterdienstes der Tag mit der bislang stärksten Blitzaktivität des Jahres 2026 in Frankreich.
Besonders betroffen waren Regionen von Nouvelle-Aquitaine bis Auvergne-Rhône-Alpes. Umgestürzte Bäume, beschädigte Stromleitungen und überflutete Straßen erschwerten den Einsatz der Rettungskräfte. In mehreren Departements mussten Feuerwehr, Straßenmeistereien und Netzbetreiber gleichzeitig zahlreiche Schäden sichern. Die Behörden hatten wegen der erwarteten heftigen Gewitter zuvor in vielen Gebieten zu besonderer Vorsicht aufgerufen.
Nach Angaben des Stromnetzbetreibers Enedis waren am Freitagmorgen landesweit noch rund 53.000 Haushalte von der Stromversorgung abgeschnitten. Schwerpunkte lagen in Auvergne-Rhône-Alpes mit etwa 25.000 betroffenen Kunden sowie in Nouvelle-Aquitaine mit rund 20.000 Anschlüssen. Die größten bekannten Ausfälle wurden aus der Dordogne, der Loire und der Charente gemeldet.
Im Departement Loire leisteten die Feuerwehrkräfte nach lokalen Behördenangaben mehr als 600 Einsätze. Sie wurden vor allem wegen umgestürzter Bäume, beschädigter Dächer, überfluteter Bereiche und blockierter Verkehrswege gerufen. Auch in der Ardèche waren Einsatzkräfte nach schweren Gewittern im Dauereinsatz. Dort meldete die Präfektur bereits am 15. Juli zahlreiche Hilferufe und mehrere beschädigte Verkehrs- und Stromverbindungen.
Der Stromnetzbetreiber setzte Reparaturteams ein, um beschädigte Leitungen zu prüfen und Haushalte schrittweise wieder zu versorgen. Einen vollständigen aktuellen Stand zu den Ausfällen am Samstag veröffentlichte Enedis zunächst nicht. Deshalb lässt sich nicht sicher sagen, wie viele Haushalte am 18. Juli noch ohne Elektrizität waren. Die Zahl von 53.000 bezieht sich auf den Stand vom Freitagmorgen.
Die Ereignisse folgten auf eine länger andauernde Hitzeperiode. Gewitter können nach großer Hitze besonders intensiv ausfallen, wenn sich sehr warme und feuchte Luft rasch entlädt. Für die betroffenen Orte stehen nun neben der Wiederherstellung der Stromversorgung die Sicherung beschädigter Gebäude, die Beseitigung umgestürzter Bäume und die genaue Klärung der beiden Todesfälle im Mittelpunkt.
Quellen
- Météo-France
- Präfektur Ardèche
- Reuters
- Franceinfo
- Enedis