Paris – 11.07.2026: Die Erfolgsquote beim französischen Baccalauréat liegt nach Abschluss der Nachprüfungen bei 91,4 Prozent. Das Bildungsministerium teilte die endgültige Quote für die Prüfungssession 2026 mit. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies einen Rückgang um 0,4 Prozentpunkte. Die Zahl umfasst die drei Wege des französischen Schulabschlusses: allgemeinbildendes, technologisches und berufliches Baccalauréat.
Die Nachprüfungen richteten sich an Kandidatinnen und Kandidaten, die nach dem ersten Prüfungsdurchgang eine Durchschnittsnote zwischen 8 und unter 10 von 20 erreicht hatten. Sie konnten zusätzliche mündliche Prüfungen ablegen, um den Abschluss doch noch zu erwerben. Die Ergebnisse dieser zweiten Prüfungsphase fließen in die nun veröffentlichte Gesamtquote ein.
Bereits nach dem ersten Prüfungsdurchgang hatten sich die Ergebnisse je nach Bildungsweg deutlich unterschieden. Im allgemeinen Baccalauréat lag die Erfolgsquote bei 90,6 Prozent, im technologischen Zweig bei 78,8 Prozent und im beruflichen Zweig bei 80,5 Prozent. Diese vorläufigen Werte bezogen sich auf die Kandidaten, die ihren Abschluss ohne Nachprüfung erreichten.
Parallel veröffentlichte das Ministerium die Ergebnisse des Diplôme national du brevet, des Abschlusses am Ende der unteren Sekundarstufe. Dort wurden 81,6 Prozent der Kandidatinnen und Kandidaten zugelassen. Die Prüfung ist ein wichtiger Orientierungspunkt am Ende der dritten Klasse, entscheidet jedoch nicht allein über den weiteren Bildungsweg an einem Lycée oder in einer beruflichen Ausbildung.
Die Prüfungsrunde 2026 stand im Zeichen geänderter Vorgaben. Beim brevet wurden die Abschlussprüfungen stärker gewichtet. Beim allgemeinen Baccalauréat kam eine vorgezogene Mathematikprüfung hinzu; zugleich wurden Anforderungen an die Beherrschung der französischen Sprache verstärkt. Die nun vorliegenden Erfolgsquoten bilden damit erstmals eine Session ab, die unter diesen veränderten Rahmenbedingungen durchgeführt wurde.
Die Gesamtquote beim Baccalauréat bleibt trotz des leichten Rückgangs auf einem hohen Niveau. Für die betroffenen Absolventinnen und Absolventen ist das Zeugnis Voraussetzung für zahlreiche Studiengänge und Ausbildungswege. Nach den Ergebnissen beginnt für viele nun die Phase der Einschreibung an Hochschulen, der Suche nach Wohnraum oder der Aufnahme einer beruflichen Ausbildung.
Das Bildungsministerium verweist bei den veröffentlichten Zahlen auf den Unterschied zwischen den einzelnen Abschlusswegen und Prüfungsformaten. Eine detailliertere statistische Auswertung nach Fachrichtungen, Akademien und sozialen Merkmalen wird üblicherweise erst später vorgelegt. Die aktuellen Quoten geben zunächst den nationalen Stand nach Ende der Prüfungen und Nachprüfungen wieder.
Quellen
- Franceinfo
- Französisches Bildungsministerium