Mailhoc – 17.07.2026: In einem abgelegenen Gelände nahe Mailhoc im Departement Tarn sind am Donnerstag Knochenreste gefunden worden. Die Suche war nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft Toulouse aufgrund von Hinweisen des inhaftierten Cédric Jubillar erfolgt. Die Überreste sind bislang nicht identifiziert. Ermittler haben forensische Untersuchungen eingeleitet, um Herkunft, Identität und mögliche Spuren einer Gewalteinwirkung zu klären.
Der Fundort liegt rund zehn Kilometer von Cagnac-les-Mines entfernt, dem früheren Wohnort des Ehepaars. Dort wurde Delphine Aussaguel, die unter dem Namen Delphine Jubillar bekannt war, Ende 2020 zuletzt gesehen. Nach mehr als fünf Jahren ohne Auffinden ihres Leichnams könnte der Knochenfund für die strafrechtliche Aufarbeitung des Falls eine entscheidende neue Grundlage schaffen.
Nach Darstellung von Generalstaatsanwalt Nicolas Jacquet hatte Cédric Jubillar bei einer Befragung erklärt, für den Tod seiner Ehefrau verantwortlich zu sein. Er soll den Ermittlern anschließend den Bereich genannt haben, in dem die Suche stattfand. Für die Behörden bedeutet dies jedoch noch keinen abschließenden Nachweis: Erst die naturwissenschaftlichen Gutachten können feststellen, ob die gefundenen Überreste Delphine Aussaguel zuzuordnen sind.
Am Fundort waren Gendarmen mit umfangreichen Suchmaßnahmen im Einsatz. Die Arbeiten konzentrierten sich auf ein ländliches, schwer zugängliches Gebiet in der Nähe von Mailhoc und Villeneuve-sur-Vere. Die Ermittler sicherten die Knochenreste und suchten die Umgebung nach weiteren Beweismitteln ab. Auch die genaue Lage und der Zustand der Fundstücke können für die weiteren Gutachten von Bedeutung sein.
Die Analysen sollen nicht nur die Identität der Person klären. Fachleute können je nach Erhaltungszustand unter anderem untersuchen, ob Verletzungsspuren, Brüche oder andere Hinweise auf die Todesumstände vorhanden sind. Ob solche Befunde möglich sind und welche Aussagekraft sie haben, ist derzeit offen. Die Justiz hat deshalb keine abschließenden Angaben zur Todesursache gemacht.
Für die Einwohner von Mailhoc und des benachbarten Cagnac-les-Mines hat der Einsatz die seit Jahren bekannte Affäre unmittelbar in ihre Umgebung gerückt. Der Fund in einem Gebiet, das viele Menschen aus der Region kennen, löste nach Medienberichten Betroffenheit aus. Die Ermittlungen bleiben allerdings auf die gerichtliche Beweisführung ausgerichtet; Spekulationen über den Ablauf des Geschehens wären vor Abschluss der Expertisen verfrüht.
Der weitere Zeitplan hängt nun vor allem von den rechtsmedizinischen Ergebnissen ab. Die Staatsanwaltschaft und die Ermittlungsbehörden müssen bewerten, ob die Funde neue Maßnahmen oder Ergänzungen im Verfahren erfordern. Bis die Identifizierung abgeschlossen ist, gelten die Knochenreste offiziell lediglich als möglicherweise menschliche Überreste. Der Fall Jubillar erhält damit eine neue, aber noch nicht abschließend bewertete Wendung.
Quellen
- TF1 Info
- Euronews
- Europe 1