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Daniel Ivers · 17.07.2026

Knochenfunde bei Cagnac-les-Mines geben Fall Jubillar neue Wendung

Cagnac-les-Mines – 17.07.2026: Die Entdeckung von Knochen bei Cagnac-les-Mines im Département Tarn hat dem Fall um die verschwundene Krankenpflegerin Delphine Aussaguel eine neue, noch ungeklärte Wendung gegeben. Die Fundstücke wurden am Donnerstag, 16. Juli, bei Suchmaßnahmen in der Nähe des Ortes gesichert, in dem die Familie Jubillar lebte. Die Justiz ließ zunächst offen, ob es sich tatsächlich um menschliche Überreste handelt.

Nach Angaben des Generalstaatsanwalts am Berufungsgericht Toulouse wurden die Knochen an einem Ort gefunden, den Cédric Jubillar den Ermittlern genannt hatte. Die Suche war nach einer erneuten Vernehmung des Verurteilten angeordnet worden. Forensische Untersuchungen sollen nun sowohl die Art der Funde als auch eine mögliche Identität klären. Bis zu einem belastbaren Ergebnis darf keine Verbindung zu Delphine Aussaguel als erwiesen gelten.

Delphine Aussaguel, die nach ihrer Heirat den Namen Jubillar trug, war in der Nacht vom 15. auf den 16. Dezember 2020 aus ihrem Wohnhaus in Cagnac-les-Mines verschwunden. Trotz umfangreicher Ermittlungen und mehrerer Suchaktionen war ihr Leichnam über Jahre nicht gefunden worden. Der Fall hatte weit über die Region hinaus große Aufmerksamkeit ausgelöst und die Gemeinde nachhaltig geprägt.

Cédric Jubillar war im Oktober 2025 wegen Mordes an seiner Ehefrau zu 30 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden. Nach den jüngsten Angaben der Ermittlungsbehörden soll er Anfang Juli 2026 seine Verantwortung für ihren Tod eingeräumt und Hinweise auf einen möglichen Ablageort gegeben haben. Die erneute richterliche Befassung erfolgte im Rahmen zusätzlicher Ermittlungen, die nach dem Strafprozess als notwendig bewertet wurden.

Für die Strafjustiz könnten die Laboranalysen erhebliches Gewicht haben. Sollten die Knochen menschlich sein und Delphine Aussaguel zugeordnet werden können, wären weitere rechtsmedizinische Untersuchungen erforderlich. Sie könnten unter anderem Hinweise auf die Todesumstände liefern. Zugleich würde ein Fund nicht automatisch alle offenen Fragen des Verfahrens beantworten, etwa zur genauen Abfolge der Ereignisse in der Nacht ihres Verschwindens.

In Cagnac-les-Mines reagierten viele Einwohner mit Bestürzung auf die Nachricht. Der Fall ist für den Ort nicht nur ein überregional beachtetes Gerichtsverfahren, sondern Teil der lokalen Erinnerung seit dem Verschwinden der damals 33-Jährigen. Besonders im Blick stehen nach Medienberichten die beiden Kinder des Ehepaars. Viele Anwohner verbinden mit den Untersuchungen die Hoffnung auf verlässliche Antworten.

Die Gendarmerie setzte die Maßnahmen am Fundort fort. Die Behörden nannten zunächst weder die genaue Zahl der sichergestellten Knochen noch einen Termin für erste forensische Ergebnisse. Entscheidend bleibt daher die wissenschaftliche Prüfung. Bis dahin handelt es sich um einen bedeutenden Ermittlungsansatz, nicht um den gesicherten Nachweis, dass Delphine Aussaguel gefunden wurde.

Quellen

  • Euronews
  • TF1 Info
  • Europe 1