Mailhoc – 16.07.2026: Bei einer erneuten Suchaktion im Tarn sind Knochenreste an einem Ort entdeckt worden, den Cédric Jubillar den Ermittlern als Ablageort für den Leichnam seiner Ehefrau Delphine Aussaguel genannt hatte. Die Funde werden forensisch untersucht. Nach Angaben der Justiz ist bisher weder bestätigt, dass es sich um menschliche Überreste handelt, noch dass sie Delphine Jubillar zugeordnet werden können.
Der Bürgermeister von Mailhoc, Jean-Marc Escoutes, zeigte sich nach dem Fund nach eigenen Angaben erschüttert. Er erklärte, die betreffende Zone auf dem Gemeindegebiet sei nach dem Verschwinden der Krankenpflegerin bislang nicht durchsucht worden. Die Fläche liegt nahe der Departementsstraße 600 in einem ländlichen Bereich zwischen Mailhoc und Villeneuve-sur-Vere, rund zehn Kilometer von Cagnac-les-Mines entfernt.
Die Gendarmerie sperrte das Gelände für die laufenden Untersuchungen weiträumig ab. Nach Berichten vom Ort befindet sich dort ein seit Jahren unbewohntes Haus inmitten eines Feldes. Cédric Jubillar wurde für die Suchmaßnahmen aus der Haft vorgeführt. Die Ermittler setzen ihre Arbeiten fort; nähere Angaben zu Umfang, Dauer und weiteren möglichen Funden machten die Behörden zunächst nicht.
Der Generalstaatsanwalt am Berufungsgericht Toulouse, Nicolas Jacquet, bestätigte, dass die Reste an dem von Jubillar bezeichneten Ort gefunden wurden. Die Proben sollen an das Institut de recherche criminelle de la Gendarmerie nationale in Pontoise überstellt werden. Dort sollen unter anderem biologische und genetische Analysen klären, welcher Art die Knochenreste sind und ob eine Identifizierung möglich ist.
Cédric Jubillar hatte am 15. Juli 2026 vor der Justiz seine Verantwortung für den Tod seiner Ehefrau erneut eingeräumt und den Ort nach Angaben des Berufungsgerichts präzise benannt. Bereits am 6. Juli hatten seine Anwälte ein Schreiben veröffentlicht, in dem er erstmals seine Verantwortung für ihren Tod akzeptierte. Delphine Aussaguel war in der Nacht zum 16. Dezember 2020 aus dem gemeinsamen Haus in Cagnac-les-Mines verschwunden.
Im Oktober 2025 war Cédric Jubillar wegen Mordes an seiner Ehefrau zu 30 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden. Der Prozess hatte ohne Leichnam und ohne gesicherte Tatortrekonstruktion stattgefunden. Ein Berufungsverfahren vor dem Schwurgericht Haute-Garonne war bislang für den 21. September 2026 in Toulouse vorgesehen. Ob die neuen Erkenntnisse Auswirkungen auf diesen Termin haben, ist derzeit offen.
Für die Familie von Delphine Jubillar könnte eine eindeutige Identifizierung eine zentrale Bedeutung haben. Der Anwalt ihrer Kinder, Laurent Boguet, sprach von einer möglichen Erleichterung, weil ein Grab und verlässlichere Antworten möglich würden. Entscheidend bleiben jedoch die ausstehenden Untersuchungen. Bis zu deren Abschluss darf der Fund weder als Nachweis der Identität noch als abschließende Klärung des Falls bewertet werden.
Quellen
- Franceinfo
- Agence France-Presse
- Le Progres
- Berufungsgericht Toulouse