Plouzane – 20.07.2026: Der Leuchtturm Petit Minou an der Einfahrt zur Reede von Brest wird derzeit grundlegend restauriert. Die Arbeiten sollen den durch Wind, salzhaltige Gischt und schwere Sturmschaeden geschwaechten Bau sichern, seine historische Gestalt zurückbringen und eine erweiterte Oeffnung für Besucher vorbereiten. Das Projekt betrifft einen der bekanntesten Orientierungspunkte an der Küste des Finistere.
Eine besonders sichtbare Etappe fand am 25. Juni statt: Die Kuppel der Laterne und die schmiedeeiserne Treppe wurden per Hubschrauber abgenommen. Beide Bauteile gingen in die Werkstaetten des Dienstes Phares et Balises in Brest. Dort werden Metallteile von Korrosion befreit, tragende Elemente instand gesetzt, Verglasungen erneuert oder repariert sowie Oberflaechen dauerhaft gegen neue Witterungsschaeden geschuetzt.
Die Gemeinde Plouzane begruendet die Arbeiten mit erheblichen Schäden am Bauwerk. Vor allem der Sturm Ciaran im November 2023 hatte bereits bestehende Probleme verschärft. Wasser drang über die Laterne, Risse und den Umgang in das Gebäude ein. Folgen waren unter anderem Korrosion an Betonarmierungen, beschädigte Holzboeden und abplatzende Innenputze. Der Leuchtturm musste deshalb 2024 für Besichtigungen geschlossen werden.
In der ersten Bauphase werden die oberen Bereiche des Turms gesichert. Danach folgen Maurerarbeiten, die Sanierung der Steinverkleidung, neue Fugen und die Abdichtung des Bauwerks. Ein spaeter hinzugefuegter kleiner Aufbau auf dem Umgang soll entfernt werden. Dadurch soll der Turm seine urspruengliche Silhouette zurueckerhalten. Zugleich wird es wieder möglich, den Umgang vollstaendig zu begehen und den Blick auf die Reede von Brest zu oeffnen.
Der 26 Meter hohe Leuchtturm wurde am 1. Januar 1848 in Betrieb genommen. Sein Feuer bildet zusammen mit dem Leuchtturm Portzic eine wichtige Linie für die Navigation durch die schmale Zufahrt nach Brest. Der Bau steht auf einem Felsvorsprung bei der Pointe du Minou und wurde aus widerstandsfaehigem Granit sowie Kersantit errichtet. Seit 1989 arbeitet die Anlage automatisiert.
Die Fondation du patrimoine unterstuetzt das Vorhaben im Rahmen der Mission Patrimoine. Nach den Plaenen der Gemeinde soll der Leuchtturm kuenftig moeglichst ganzjaehrig zugaenglich sein. Vorgesehen sind ein Bereich zur Geschichte und Technik des Leuchtfeuers, der Zugang zur Fresnel-Laterne sowie eine Aufwertung des umliegenden Areals. Auch das ehemalige Waerterhaus soll in die touristische Nutzung einbezogen werden.
Mit der Restaurierung verbindet Plouzane den Schutz eines maritimen Denkmals mit einem Ausbau des kulturellen Angebots an der Brest-Reede. Ein verbindlicher Termin für die vollstaendige Wiedereroeffnung wurde bislang nicht bekanntgegeben. Die Bauarbeiten sollen nach Angaben der Projekttraeger jedoch im Jahr 2026 abgeschlossen werden.
Quellen
- Franceinfo
- Stadtverwaltung Plouzane
- Fondation du patrimoine
- Departementsarchiv Finistere