Paris – 13.07.2026: Präsident Emmanuel Macron hat Frankreichs Bereitschaft bekräftigt, Freiheit, Recht und die Interessen seiner Verbündeten notfalls auch unter militärischem Einsatz zu verteidigen. In seiner traditionellen Ansprache an die Streitkräfte im Hotel de Brienne, einen Tag vor der Militärparade zum Nationalfeiertag, stellte er die europäische Handlungsfähigkeit im Verteidigungsbereich in den Mittelpunkt.
Macron erklärte, Frieden bleibe das politische Ziel Frankreichs. Zugleich müsse ein Staat, der seine Freiheit und die internationale Rechtsordnung schützen wolle, glaubwürdige militärische Mittel vorhalten. Seine Formulierung, Frankreich sei dazu gegebenenfalls auch unter Opferbereitschaft entschlossen, bezog sich ausdrücklich auf die Soldaten, die für das Land gefallen oder verletzt worden sind.
Der Präsident verband diese Botschaft mit einem Appell an die europäischen Partner, gemeinsame Industrieprojekte in der Verteidigung entschlossener fortzuführen. Gemeinsame Beschaffung, abgestimmte Produktion und europäische technische Fähigkeiten sollen nach seiner Vorstellung die Abhängigkeit von außereuropäischen Lieferanten verringern. Damit knüpfte Macron an die französische Linie an, die strategische Eigenständigkeit Europas als Ergänzung, nicht als Ersatz der Nato versteht.
Die wirtschaftliche Dimension ist erheblich. Europas Staaten erhöhen seit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine ihre Rüstungsausgaben und suchen zugleich nach Wegen, Engpässe bei Munition, Luftverteidigung, Satellitentechnik und elektronischer Aufklärung zu überwinden. Frankreich verweist dabei auf eigene Industrieangebote, darunter das Luftverteidigungssystem SAMP/T, Rafale-Kampfflugzeuge, Raketen und Radartechnik.
Bereits im vergangenen Jahr hatte Macron einen zusätzlichen französischen Verteidigungsaufwand angekündigt. Der Militärhaushalt soll bis 2027 auf 64 Milliarden Euro steigen, nach 32 Milliarden Euro im Jahr 2017. Der Präsident begründete diese Verdoppelung mit der Verschärfung des sicherheitspolitischen Umfelds und mit dem Bedarf an höheren Lagerbeständen sowie schnellerer Produktion.
Die Rede fiel in eine Phase, in der Paris seine Rolle in der europäischen Sicherheitsordnung stärker akzentuiert. Frankreich ist das einzige Mitglied der Europäischen Union mit eigenen Atomwaffen und bemüht sich zugleich, den europäischen Pfeiler der Nato auszubauen. Macron hatte dafür auch einen strategischen Dialog mit interessierten europäischen Partnern über den Beitrag der französischen nuklearen Abschreckung zur Sicherheit Europas in Aussicht gestellt.
Politisch verbindet der Präsident damit zwei Ziele: Frankreich soll militärisch souverän bleiben, während europäische Zusammenarbeit die industrielle Basis und die Einsatzfähigkeit der Verbündeten stärkt. Die Wortwahl am Vorabend des 14. Juli unterstreicht, dass die Regierung Verteidigung nicht mehr allein als Fachpolitik betrachtet, sondern als langfristige Aufgabe von Staat, Industrie und Gesellschaft.
Quellen
- Le Journal du Dimanche
- Élysée
- Ministère des Armées et des Anciens combattants