Metz – 05.06.2026: In Metz wurde am 2. Juni 2026 der 19-jährige Noahm offiziell für tot erklärt, nachdem er drei Tage zuvor Opfer einer schweren körperlichen Attacke wurde. Die Ermittlungen deuten auf ein mögliches homophob motiviertes Verbrechen hin. Zwei Männer im Alter von 20 und 27 Jahren wurden festgenommen und befinden sich in Untersuchungshaft.
Die Tat ereignete sich in der Nacht vom 29. auf den 30. Mai 2026, als Noahm mit Freunden die Place de la République in Metz verließ. Zeugenaussagen zufolge wurde er aufgrund seines Aussehens, insbesondere seiner Schminke und seiner effeminierten Erscheinung, von den Tätern angegriffen. Während der Auseinandersetzung sollen zudem homophobe Beleidigungen gefallen sein.
Die politische Bewegung La France insoumise reagierte umgehend auf diesen Vorfall. Charlotte Leduc, Vertreterin der Bewegung in Metz, erklärte gegenüber ICI Lorraine: "Es ist dringend notwendig, eine klare Ablehnung solcher Verbrechen zu zeigen. Eine Schweigeminute in der Nationalversammlung würde unterstreichen, dass das Problem ernst genommen wird." La France insoumise fordert daher eine offizielle Gedenkminute für Noahm in der Nationalversammlung, um Sensibilität für die Rechte und den Schutz von LGBTQI+-Personen zu stärken.
Am 2. Juni fand in Metz eine Gedenkveranstaltung zu Ehren von Noahm statt, organisiert von der LGBTQI+-Organisation Couleurs Gaies. Diese Veranstaltung zielte darauf ab, ein Zeichen gegen die anhaltende Gewalt und den Hass gegenüber LGBTQI+-Menschen zu setzen.
Die Ermittlungen dauern noch an, um den genauen Tathergang und das Motiv eindeutig zu klären. Die Behörden betonen, dass sie den Fall mit höchster Priorität behandeln. Es wird geprüft, ob die Tat offiziell als homophob motiviert eingestuft wird, was mögliche strafrechtliche Konsequenzen im Hinblick auf Taten mit Hassmotivation beeinflussen könnte.
Dieser Fall verdeutlicht die anhaltenden Herausforderungen im Kampf gegen LGBTI+-Feindlichkeit in Frankreich. Der jährliche Bericht von SOS Homophobie dokumentiert für 2026 insgesamt 1.771 gemeldete Fälle von LGBTI+-Feindlichkeit, eine Rekordzahl, die auch von offiziellen Stellen anerkannt wird. Solche Zahlen zeigen den dringenden Bedarf an staatlichen und gesellschaftlichen Maßnahmen für mehr Schutz und Akzeptanz.
Die Forderung nach einer Schweigeminute in der Nationalversammlung steht für das Bestreben politischer Parteien und Gesellschaftsgruppen, ein Zeichen gegen Diskriminierung und Gewalt zu setzen. Der gewaltsame Tod von Noahm soll so nicht vergessen werden und sensibilisiert weiter für den Schutz der Rechte von Minderheiten in Frankreich.
Mit den laufenden Ermittlungen und dem öffentlichen Engagement soll die Debatte um Gleichberechtigung, Sicherheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt weiter vorangetrieben werden.
Quellen
- La France insoumise
- Couleurs Gaies
- SOS Homophobie