Charity – 21.07.2026: Nach dem Kentern der Faehre MV Barima vor der Nordkueste Guyanas sind mindestens 41 Tote geborgen worden. Das teilte Verkehrsminister Juan Edghill am Dienstag mit. Nach seinen Angaben wurden zugleich 77 Menschen gerettet. Taucher aus Guyana und aus dem benachbarten Französisch-Guayana setzen die Suche am Wrack fort. Die Identifizierung der Toten erfolgt mit Hilfe von Angehoerigen im Krankenhaus von Suddie.
Die staatliche Passagier- und Frachtfaehre war in der Nacht zum Sonntag auf der Verbindung von Georgetown nach Port Kaituma gekentert. Das Unglueck ereignete sich nahe der Muendung des Pomeroon River an der Essequibo-Küste. Nach bisherigen Angaben geriet das Schiff in schwere See. Die genaue Ursache des Kenterns ist jedoch nicht geklaert und Gegenstand einer strafrechtlichen sowie administrativen Untersuchung.
Besonders schwierig bleibt die Frage, wie viele Menschen sich tatsächlich an Bord befanden. Das offizielle Manifest fuehrte 116 Passagiere und 17 Besatzungsmitglieder auf. Regierungsvertreter gehen inzwischen aber davon aus, dass bis zu 179 Menschen mitgefahren sein könnten. Die Diskrepanz ergibt sich nach Angaben der Behörden unter anderem daraus, dass zahlreiche Gerettete nicht auf der Passagierliste verzeichnet waren.
Minister Edghill liess die für Beladung, Abfertigung und Verwaltung der MV Barima zustaendigen Mitarbeiter vorlaeufig vom Dienst suspendieren. Die Maßnahme soll verhindern, dass die Untersuchung beeintraechtigt wird. Geprueft werden die Richtigkeit der Passagierliste, die Ladung, die Einhaltung von Sicherheitsvorgaben sowie das Verhalten von Kapitaen und Besatzung vor der Abfahrt.
Ministerpraesident Mark Phillips hatte zuvor erklaert, die Zahl der Opfer könne weiter steigen. Nach Angaben der Regierung waren unter den geborgenen Toten auch Kinder. Suchteams aus Streitkraeften, Kuestenschutz, privaten Booten und der lokalen Fischerei beteiligen sich an dem Einsatz. Die Operation konzentriert sich auf das Seegebiet vor der Pomeroon-Küste und auf das Wrack der Faehre.
Die MV Barima bedient eine wichtige Verbindung zu abgelegenen Gemeinden im Nordwesten Guyanas, die über Land nur schwer erreichbar sind. Für viele Bewohner sind Schiffe daher ein zentraler Verkehrsweg für Reisen und Waren. Nach Regierungsangaben war die Faehre 2024 ueberholt worden; weitere groessere Arbeiten waren für Oktober 2026 vorgesehen.
Die Regierung von Guyana hat den Betroffenen und ihren Familien Unterstuetzung zugesagt. Für die Ermittlungen ist entscheidend, die Zahl aller Personen an Bord belastbar festzustellen. Erst danach laesst sich genauer beziffern, wie viele Menschen noch vermisst werden. Die Behörden behandeln den Vorfall als eine der schwersten Schifffahrtskatastrophen des Landes seit Jahrzehnten.
Quellen
- News Room Guyana
- Associated Press
- Franceinfo