Marseille – 07.07.2026: In der Untersuchung zum Mord an Mehdi Kessaci sind vier weitere Verdächtige festgenommen und in Untersuchungshaft genommen worden. Nach Angaben aus Justizkreisen wurden sie wegen Mordes und versuchten Mordes in bandenmäßiger Organisation einem Ermittlungsrichter vorgeführt und anschließend eingewiesen. Die Zugriffe erfolgten Anfang Juli im Großraum Marseille im Rahmen koordinierter Maßnahmen von Polizei und Justiz.
Der 22-jährige Mehdi Kessaci war am 13.11.2025 in Marseille erschossen worden. Der Fall erregte landesweit Aufmerksamkeit, weil sein Bruder, der Aktivist Amine Kessaci, sich seit Jahren öffentlich gegen Drogengewalt engagiert. Bereits in den Monaten nach der Tat hatte es mehrere Festnahmen gegeben; die Ermittlungen wurden angesichts möglicher Verflechtungen mit dem organisierten Drogenhandel zentral gebündelt. Zuständig sind spezialisierte Einheiten der Justiz, die bei Taten mit mutmaßlicher Bandenstruktur regelmäßig übernehmen.
Den neuen Beschuldigten werden unterschiedliche Rollen im mutmaßlichen Tatgefüge zugeschrieben. Nach übereinstimmenden Berichten prüfen die Ermittler logistische Unterstützung, Beschaffung von Fahrzeugen oder Ausrüstung sowie mögliche unmittelbare Beteiligungen am Angriff. Ein Ermittlungsansatz befasst sich zudem mit einem möglichen Auftragsmotiv. In früheren Aktenhinweisen war von einer hohen Geldsumme im Umfeld des Tatplans die Rede; ob und wie diese in Verbindung zu den nun Inhaftierten steht, bleibt Gegenstand weiterer Untersuchungen.
Die Ermittlungen konzentrieren sich auf die Vorbereitung und Ausführung des Angriffs, mögliche Mittäter sowie Flucht- und Kommunikationswege. Forensische Auswertungen, Telekommunikationsdaten und Videoaufnahmen aus dem Umfeld des Tatorts spielen dabei eine wesentliche Rolle. Parallel dazu laufen Finanzermittlungen, um etwaige Zahlungsströme offenzulegen, die auf eine organisierte Struktur hindeuten könnten. Offizielle Stellen betonen, dass für alle Beschuldigten die Unschuldsvermutung gilt.
In Marseille hält die Debatte über die Folgen der Drogengewalt an. Lokalpolitiker, Verbände und Nachbarschaftsinitiativen fordern seit Monaten verstärkte Prävention, konsequente Strafverfolgung und Schutzprogramme für gefährdete Jugendliche. Sicherheitsbehörden verweisen auf zusätzliche Einsätze gegen sogenannte „narcopoints“ sowie auf koordinierte Verfahren der spezialisierten Justizeinheiten. Für die Familie des Opfers bleibt die juristische Aufarbeitung zentral; sie hatte in mehreren Stellungnahmen Gerechtigkeit gefordert und die Ermittler zu zügiger Aufklärung ermutigt.
Mit den aktuellen Inhaftierungen wächst die Zahl der in dem Fall Beschuldigten weiter an. Konkrete Anklagen gegen einzelne mutmaßliche Schützen oder Auftraggeber stehen jedoch noch aus. Die Ermittler bereiten weitere Vernehmungen und Gegenüberstellungen vor; ob es in Kürze zu erneuten Festnahmen kommt, ist offen.
Quellen
- Le Parisien
- RTL
- BFMTV
- Le Monde
- Europe 1
- Marsactu