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Daniel Ivers · 17.06.2026

Mutter von Rosa verklagt den Staat nach Vergewaltigungsvorwürfen gegen Jérôme Barella

Paris – 17.06.2026: Die Mutter von Rosa, einer 12-jährigen Schülerin aus dem Gers, hat am 9. Juni 2026 eine Klage gegen den französischen Staat eingereicht. Sie wirft den Behörden vor, trotz wiederholter Vergewaltigungsvorwürfe gegen Jérôme Barella nicht ausreichend gehandelt zu haben. Barella, ein 41-jähriger Mann, war bereits im August 2025 von Rosa beschuldigt worden, sie sexuell missbraucht zu haben. Trotz dieser Anschuldigungen wurde er nie verhört oder festgenommen.

Die Klage richtet sich gegen den Staat, die Ermittlungsbehörden und den damaligen Innenminister Gérald Darmanin. Die Mutter argumentiert, dass die Untätigkeit der Behörden direkt zum Tod von Lyhanna, einem weiteren Opfer von Barella, geführt habe. Lyhanna, ein 11-jähriges Mädchen, war am 29. Mai 2026 verschwunden und wurde später tot aufgefunden. Barella wurde in diesem Fall wegen Entführung und Freiheitsberaubung angeklagt.

Die Klage wegen schwerer Pflichtverletzung vor dem zuständigen Gericht zielt darauf ab, die Verantwortlichen für die Versäumnisse im Umgang mit den Fällen von Rosa und Lyhanna zur Rechenschaft zu ziehen. Diese rechtliche Initiative erinnert an den Fall von Éric Mouzin, der 2025 eine ähnliche Klage gegen den Staat wegen Versäumnissen im Fall seiner Tochter Estelle Mouzin eingereicht hatte.

Die Mutter von Rosa betonte, dass trotz eindeutiger Beweise für die Vergewaltigung durch Barella keine Maßnahmen ergriffen wurden. Sie erklärte: "Die Justiz hat ihre Arbeit nicht gemacht, also werde ich meine eigene machen."

Dieser Fall wirft erneut Fragen zur Effektivität des französischen Justizsystems im Umgang mit sexuellen Missbrauchsfällen auf. Trotz wiederholter Warnsignale und Beschwerden wurden keine ausreichenden Schritte unternommen, um weitere Opfer zu schützen. Die öffentliche Empörung über die Untätigkeit der Behörden wächst, insbesondere nach dem tragischen Tod von Lyhanna.

Die Klage der Mutter von Rosa könnte weitreichende Auswirkungen auf die Justizpraxis in Frankreich haben und zu einer verstärkten Sensibilisierung für den Umgang mit sexuellen Missbrauchsfällen führen. Es bleibt abzuwarten, wie die Gerichte auf diese Klage reagieren und ob sie zu einer Reform des Justizsystems beitragen wird.

Die Familie von Rosa hofft, dass durch diese rechtlichen Schritte zukünftige Fälle von sexuellem Missbrauch besser behandelt und die Täter konsequenter verfolgt werden. Sie fordert eine gründliche Untersuchung der Vorwürfe und eine angemessene Entschädigung für die erlittenen Traumata.

Die Öffentlichkeit erwartet nun eine schnelle und gerechte Reaktion der Justiz, um das Vertrauen in das Rechtssystem wiederherzustellen und den Opfern von sexuellem Missbrauch den Schutz und die Unterstützung zu bieten, die sie verdienen.

Quellen

  • Le Monde
  • La Dépêche du Midi
  • TF1 Info