Fontainebleau – 17.07.2026: Nach den schweren Bränden in der Forêt de Fontainebleau richtet sich der Blick auf die Sicherung der Brandflächen und den langfristigen Wiederaufbau des Naturraums. Seit dem 12. Juli haben zwei Feuer mehr als 2.000 Hektar Vegetation im Departement Seine-et-Marne erfasst. Die Einsatzkräfte haben die Brände unter Kontrolle gebracht, vollständig gelöscht sind sie jedoch noch nicht.
Die Gendarmerie nationale erklärte am 15. Juli, dass weiterhin umfangreiche Maßnahmen zur Absicherung der betroffenen Gebiete laufen. Rund 100 Gendarmen unterstützten die Feuerwehr, regelten den Verkehr, schützten geräumte Bereiche und verhinderten den Zutritt zu gesperrten Zonen. Zeitweise waren etwa 800 Feuerwehrleute im Einsatz. Nach Angaben der Behörden blieben die beiden Brandherde begrenzt, eine erneute Ausbreitung muss aber weiterhin verhindert werden.
Die Ursache der Feuer ist Gegenstand eines laufenden Ermittlungsverfahrens der Staatsanwaltschaft Fontainebleau. Die Pariser Ermittlungsabteilung der Gendarmerie und die Ermittlungsbrigade Fontainebleau untersuchen gemeinsam die Entstehung der Brände. Drei Personen wurden festgenommen; zwei von ihnen räumten laut Gendarmerie eine Beteiligung an zwei unterschiedlichen Brandausbrüchen ein. Über strafrechtliche Folgen ist damit noch nicht entschieden.
Der Brand trifft ein besonders bedeutendes Waldgebiet im Großraum Paris. Die Forêt de Fontainebleau liegt rund 60 Kilometer südöstlich der Hauptstadt und ist ein viel genutzter Natur- und Erholungsraum. Der Verlust großer zusammenhängender Vegetationsflächen stellt die Waldbewirtschaftung, den Bodenschutz und die Wiederherstellung ökologischer Lebensräume vor eine langfristige Aufgabe. Fachliche Bestandsaufnahmen werden entscheidend sein, bevor konkrete Wiederaufforstungen beginnen.
Am 16. Juli kündigte Präsident Emmanuel Macron bei einem Besuch am Einsatzort in Noisy-sur-Ecole eine gemeinsame Spendenplattform an. Daran sollen die Fondation du patrimoine, das Office national des forêts und die Stadt Fontainebleau beteiligt sein. Ziel ist es, private und öffentliche Unterstützung für Wiederherstellung, Neubepflanzung und einen besseren Schutz des Waldes zu bündeln.
Auch der Departementsrat von Seine-et-Marne beteiligt sich an der Finanzierung eines Spendenaufrufs. Die Mittel sollen nach Angaben des Departements Projekte fördern, die den ökologischen Reichtum des Massivs berücksichtigen und den Wald widerstandsfähiger gegen künftige Klimabelastungen machen. Damit steht nicht nur das Pflanzen neuer Bäume im Mittelpunkt, sondern auch die Anpassung an zunehmende Brandrisiken.
Für die Bevölkerung bleiben Zugangsbeschränkungen und Hinweise der Einsatzkräfte maßgeblich. Die Behörden betonen, dass die Brandflächen wegen möglicher Glutnester, beschädigter Bäume und laufender Ermittlungen nicht betreten werden sollen. Die unmittelbare Gefahrenabwehr ist damit noch nicht abgeschlossen, während die Planungen für die Wiederherstellung bereits angelaufen sind.
Quellen
- Gendarmerie nationale
- Departement Seine-et-Marne
- Le Monde