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Jean-Paul Huber · 11.07.2026

Syrische Behörden melden Festnahmen nach Anschlägen während Macrons Besuch in Damaskus

Damaskus – 11.07.2026: Syriens Innenministerium hat nach zwei Explosionen in der Hauptstadt mehrere Verdächtige festnehmen lassen. Die Anschläge ereigneten sich am 7. Juli in der Nähe des Four Seasons Hotels, in dem Frankreichs Präsident Emmanuel Macron zuvor logiert hatte, sowie unweit des Tourismusministeriums. Laut offiziellen syrischen Angaben wurden dabei mindestens 18 Menschen verletzt. Ein Sprecher des Ministeriums sprach von koordinierten Razzien am 9. und 10. Juli in mehreren Stadtteilen von Damaskus.

Die mutmaßlichen Täter sollen nach staatlichen Darstellungen einer Zelle angehören, die Verbindungen zum sogenannten Islamischen Staat aufweist. Konkrete Belege, Namen oder Nationalitäten legten die Behörden bislang nicht vor. Der Innenminister kündigte an, nach Abschluss der Auswertung von Spuren und Vernehmungen weitere Informationen zu Identitäten, Rollen innerhalb der Gruppe und möglichen Unterstützern zu veröffentlichen. Ermittler prüfen demnach auch, ob es logistische Helfer außerhalb der Hauptstadt gab und ob die beiden Detonationen Teil einer breiteren Serie geplanter Attacken waren.

Die Sicherheitslage in Damaskus gilt trotz starker Präsenz von Polizei und Geheimdiensten als fragil. In der Vergangenheit hatten verschiedene Milizen und Untergrundnetzwerke wiederholt Anschläge in der Metropole verübt. Mit Blick auf den prominenten Besuch aus Paris standen zentrale Bereiche der Stadt unter erhöhter Bewachung, Straßen wurden zeitweise gesperrt. Offizielle syrische Stellen betonen, die Festnahmen seien Ergebnis längerer Beobachtungen und technischer Auswertungen. Unabhängig überprüfbare Informationen zu Umfang und Zeitpunkt der Zugriffe liegen bislang nicht vor.

Frankreich hat die Explosionen verurteilt. In Paris hieß es, die Sicherheit des Präsidenten sei zu keinem Zeitpunkt gefährdet gewesen; zu operativen Details äußerte sich der Élysée nicht. Aus diplomatischen Kreisen verlautete, man verfolge die Ermittlungen aufmerksam und stehe mit Partnern in Kontakt. Eine französische Beteiligung an den syrischen Untersuchungen wurde nicht bestätigt. Auch Angaben zu einem möglichen grenzüberschreitenden Unterstützernetzwerk blieben offen.

Beobachter weisen darauf hin, dass Anschläge in der Nähe von Regierungsgebäuden und Hotels vor allem auf öffentliche Sichtbarkeit zielen. Die Wahl eines Ortes in unmittelbarer Nähe eines hochrangigen ausländischen Gastes verleihe Tätern internationale Aufmerksamkeit, ohne zwingend auf eine direkte Gefährdung des Besuchs zu schließen. Für die kommenden Tage haben die Behörden zusätzliche Kontrollen an neuralgischen Punkten der Hauptstadt angekündigt. Opferzahlen und Schadensbilanz könnten sich mit dem Fortgang der Ermittlungen noch ändern.

Quellen

  • Franceinfo
  • SANA
  • Associated Press
  • AFP
  • Euronews