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Daniel Ivers · 18.07.2026

Todesdrohungen gegen Bürgermeister von Alès: Ermittler prüfen Spur zur DZ Mafia

Alès – 18.07.2026: Ein Briefkasten, zwei Patronen und Schriftzüge an einer Hauswand: In Alès im Département Gard beschäftigen Todesdrohungen gegen Bürgermeister Christophe Rivenq die Ermittler. Die Vorfälle wurden am Donnerstag, 16.07.2026, am Wohnhaus des Kommunalpolitikers bekannt. Seine Ehefrau soll den Umschlag am Abend entdeckt haben. Darin lagen nach übereinstimmenden Berichten zwei Patronen des Kalibers neun Millimeter.

An der Hauswand fanden sich zudem beleidigende und bedrohliche Aufschriften. Sie trugen eine Signatur, die auf die sogenannte DZ Mafia und eine "Neue Generation" Bezug nimmt. Das ist zunächst eine Behauptung der unbekannten Verfasser. Einen gesicherten Nachweis, dass Mitglieder dieser kriminellen Gruppe hinter den Drohungen stehen, gibt es nach Angaben der Justiz bislang nicht.

Die Staatsanwaltschaft Alès leitete ein Verfahren wegen Todesdrohungen und Einschüchterung gegen einen gewählten Vertreter ein. Das Kommissariat von Alès und die auf organisierte Kriminalität spezialisierte Dienststelle im Gard wurden mit den ersten Ermittlungen betraut. Auch die spezialisierte interregionale Justiz in Marseille ist nach Medienberichten in die Bearbeitung des Falls eingebunden.

Für Rivenq ist der Angriff mehr als eine persönliche Bedrohung. Als Bürgermeister steht er für die kommunale Antwort auf den Drogenhandel, der Teile der Stadt seit längerem belastet. Alès liegt rund 40 Kilometer nordwestlich von Nîmes. Die Stadtverwaltung, Polizei und Staatsanwaltschaft hatten ihre Zusammenarbeit gegen offene Verkaufsstellen und die damit verbundenen Strukturen zuletzt verstärkt.

Innenminister Laurent Nunez nahm nach den bekannt gewordenen Drohungen Kontakt mit dem Bürgermeister auf. Nach Berichten französischer Medien wurde die Polizeipräsenz in Alès kurzfristig verstärkt; eine CRS-Einheit sollte am Wochenende unterstützen. Rivenq erklärte demnach, er wolle seine Arbeit fortsetzen. Zugleich richtet sich der Blick der Ermittler auf den Schutz seiner Angehörigen und auf die Sicherung möglicher Spuren.

Der Fall zeigt, wie unmittelbar der Druck des organisierten Drogenhandels lokale Mandatsträger treffen kann. Drohungen gegen gewählte Vertreter zielen nicht nur auf eine einzelne Person, sondern auf die Handlungsfähigkeit einer Kommune. Gerade deshalb kommt es nun darauf an, die Herkunft des Briefes, der Patronen und der Schriftzüge forensisch sauber zu klären – ohne die Zuschreibung an eine Gruppe vorschnell als erwiesen zu behandeln.

Ob es Zeugen, verwertbare Spuren an Umschlag oder Munition oder weitere Hinweise auf die Urheber gibt, wurde am Samstag nicht öffentlich mitgeteilt. Fest steht: Die Drohung ist Gegenstand eines laufenden Ermittlungsverfahrens. Bis zu dessen Ergebnis gilt für alle möglichen Tatverdächtigen die Unschuldsvermutung.

Quellen

  • TF1 Info mit AFP
  • Le Monde