Amman – 19.07.2026: Die Vereinigten Staaten haben ihre Luftangriffe auf iranische Ziele ausgeweitet, nachdem zwei US-Soldaten bei der Abwehr iranischer Raketen- und Drohnenangriffe in Jordanien getötet worden waren. Nach Angaben des US-Militärs wurde bei dem Angriff auf den Stützpunkt zudem ein weiterer Soldat zunächst als vermisst gemeldet, vier weitere mussten im Krankenhaus behandelt werden.
Die neue Angriffswelle richtete sich nach US-Angaben gegen Einrichtungen der iranischen Revolutionsgarden. Washington erklärte, damit die iranischen Fähigkeiten zur Kontrolle der Straße von Hormus eingeschränkt und die für den Angriff auf US-Kräfte verantwortlichen Einheiten getroffen werden sollten. Die Wasserstraße zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman ist für den weltweiten Energiehandel von zentraler Bedeutung.
Die Auseinandersetzungen blieben nicht auf Jordanien und den Iran beschränkt. Kuwait meldete erneut Alarm wegen iranischer Raketen und Drohnen. Dort war in den vergangenen Tagen bereits ein Kraftwerks- und Meerwasserentsalzungsstandort beschädigt worden. Die Anlage ist für die Stromversorgung und die Trinkwasserproduktion des Wüstenstaates besonders wichtig. Auch Bahrain aktivierte seine Luftabwehr.
Teheran erklärte, die Angriffe im Golf richteten sich gegen militärische Ziele der USA. In Kuwait nannte Iran unter anderem das Lager Al-Adiri und den Luftwaffenstützpunkt Ali Al Salem. Unabhängig überprüfbare Angaben über mögliche Schäden an diesen Stützpunkten lagen zunächst nicht vollständig vor. Die kuwaitischen Behörden teilten mit, dass Abfangmaßnahmen gegen anfliegende Flugkörper liefen.
Israel verschärfte ebenfalls seine Warnungen an die iranische Führung. Die Regierung in Jerusalem erklärte, sie sei zu einem Eingreifen bereit, falls weitere Angriffe eine unmittelbare Gefahr für Israel schafften. Damit wächst das Risiko, dass die militärische Konfrontation zwischen Washington und Teheran noch stärker auf Staaten und Infrastruktur im gesamten Nahen Osten übergreift.
Die jüngsten Todesfälle markieren eine weitere Zuspitzung des Konflikts. Am 19. Juli meldeten die USA außerdem den Tod eines weiteren Angehörigen ihrer Streitkräfte im Irak, der bei der kontrollierten Sprengung einer abgeschossenen iranischen Drohne ums Leben kam. Dieser Vorfall steht nach US-Angaben nicht in direktem Zusammenhang mit dem Angriff auf den jordanischen Stützpunkt.
Eine politische Lösung ist weiterhin nicht absehbar. Die wiederholten Angriffe auf Energie-, Wasser- und Militäreinrichtungen erhöhen den Druck auf die Staaten am Persischen Golf, die zwischen Sicherheitsinteressen, dem Schutz ihrer Bevölkerung und der Sorge vor einer regionalen Ausweitung des Krieges stehen. Belastbare Angaben zu weiteren Opfern oder Schäden können sich angesichts der laufenden Lage rasch ändern.
Quellen
- Associated Press
- Reuters
- U.S. Central Command
- Jordan News Agency Petra